Archiv der Kategorie 'Noteworthy'

wie gut waren eigentlich assfactor4?!

end of the line! unterbewertet und vergessen [s.f.n.1982 g. part VII]

1993. da trug man hosen die zu groß waren und t-shirts ab größe ‚l‘. mein hals war bis zum kinn mit holzperlenketten und anderem gedöhns behängt. auf schallplatten fanden sich vermerke wie „zahl nicht mehr als 5 dm!“, wenn man für eine import-LP 15 mark zahlte, dann entschuldigte sich der spackige plattenkisteninhaber für diesen preis. der export wäre das, der dollar. heute ist das anders, der dollar ist kein thema mehr, platten kosten minimum das doppelte und auf musik kommt es eigentlich fast überhauptnicht mehr an. ich habe letzte woche den aktuellen green hell-katalog durchgeblättert. dieser besteht einem ganz wesentlichen teil aus nicht nur geschmacklosen sondern auch ganz schön teurem band-merchandise. was für eine scheiße! wenn ich bedenke, dass sich 94 viele bepinkelten weil lost&found auf groß machen wolltem kommt mir das alles dann doch recht lächerlich vor. achja, ich trage heute dann auch enge hosen und größer als ’s‘ kaufe ich kein kleidungsstück mehr. nochmal zurück. also 1993 gab es schon platten, die ein merkwürdiges eigenleben führten. sie gammelten in den distro-kisten vor sich und keine sau griff zu. END OF THE LINE war so ein fall (es gibt übrigens eine ziemlich unbrauchbare band gleichen namens aus bielefeld, die sind nicht gemeint. wer auf ambitionslosen new-emo ohne den anflug eigener ideen steht wird dort fündig!). da half auch nicht das einer verkaufsauforderung gleiche label ebullition aus heilig goleta, fuckin california. warum nur?! als eckdaten seien andere bands erwähnt: HEROIN, ANTIOCH ARROW, CLIKATAT IKATOWI, JOHN HENRY WEST und SPACEHORSE. auch wenn END OF THE LINE von fast allem „nur“ der vor- oder mitläufer war. aber mal ehrlich, besonders bei den ersten drei genannten bands muss ich spontan in die hose nässen vor aufregung. und so klangen END OF THE LINE dann auch, eine deutlich brutalere version von HEROIN. auf dem cover ein entgleister zug – schöner hätte man das ganze kaum visualisieren können. und das jahre bevor san diego-hochwasserhosenrock dick im geschäft wurde. und END OF THE LINE legten die messlatte dahingehend verdammt hoch. bis heute eine meiner absoluten lieblingsplatten. die LP war das 10. release von ebullition und ist seit jahren vergriffen. also…greif jetzt zu du hornochse!

playlist der letzten tage:

Barra Head – Go Get Beat Up
Daitro – Laisser Vivre Les Squelettes
Converge – Jane Doe
Cursed – I
Hey Mercedes – Loses Control

hose.got.cable

wenn ich an unterbewertete bands der 90er denke, fallen mir spontan Hose.Got.Cable ein. eine lp, weiß mit einer eule drauf. ziemlich unscheinbar und noch heute in der einen oder anderen cheapo-kiste. die platte heisst „majesty“ und war mitte der 90er ihrer zeit völlig voraus. die band pflegte einen herben chaotischen stil – das machten viele bands später in san diego auch nicht besser. die platte ein feuerwerk – die band irgendwie ein geheimtip. aus dem personal von hose.got.cable ernährten sich bands wie mens recovery project, rah bras, orlock und – das hat selbst mich umgehauen: alabama thunderpussy! neben der lp gab es eine 7″, eine doppel 7″ und einen song auf dem geilen „all the president’s men“ sampler. das mir bisher unbekannte label cadillac flambe hat sich überraschenderweise hose.got.cable angenommen und im 90er revivalwahn eine wirklich gute discography der band rausgebracht. klingt teilweise wie vom vinyl gerippt aber völlig o.k., dass layout ist etwas gewöhnungsbedürftig. es gibt eine sammlung von bildern die wie polaroids aussehen – eher die rückseiten davon. dazu sehr sehr wenig informationen zur band – so bleiben sich hose.got.cable selbst im discography-aufguss treu. ich sage: unbedingt zugreifen!!!

[service für nach 1982 geborene]
den „all the president’s men“ sampler sollte man auch haben, also los!

prozac memory (aus der reihe: service für nach 1982 geborene)

„don‘t forget to breathe“ – wer diesen meeeeeeegageilen sampler irgendwo auc nur riecht sollte sofort alles an kohle dafür hergeben was möglich ist. eine Lp und eine 10″ voller geiler bands, voller geiler songs. mein persöhnliches highlight war und ist „mapmaker“ von prozac memory! die band selbst blieb recht unbekannt und könnte vielleicht das label „unterbewertet oder vergessen“ tragen. die band kam irgendwo aus dem midwesten, machte vielleicht 2 7″, lieferte den überragenden samplerbeitrag und eine grandiose split LP mit back of dave. letztere ebenso unbekannt wie prozac memory. back of dave sind mir wenigstens durch ihre wicklich gute picture 7″ in erinnerung geblieben – auf der split verlieren sie allerdings haushoch gegen prozac memory. pflichtplatte [klick mich]!!!!

Celeste – Nihiliste(s)

tephra sind ohne zweifel eine gute band. die letzte lp hervorragend gemixt und alles was man dort hört hat hand und fuss. nur das man das alles eben schonmal gehört hat. und so gut die platte produziert ist, so sehr verliert sie an charme.
celeste machen das einfach besser. sie sind finster, massiv und verzweifelt. die franzosen legen auf ihrer aktuellen lp „nihiliste(s)“ ein komplexes, dichtes brett hin – gut produziert aber trotzdem schmutzig. diese wucht fehlt fast allen bands die sich an neurosis oder red sparrows versuchen. extrem geile platte. das coole ist, dass label denovali records, auf dem „nihiliste(s)“ erschienen ist, stellt die platte zum kostenlosen download. also runterladen – anhören und dann wie ich sofort das vinyl ordern! …zu der platte muss ich nochmal an anderer stelle ausführlicher feiern. das rad erfinden die natürlich auch nicht. aber wie sagen DES-ARK so schön: Fuck It!

ansonsten gerade im plattenregal gelandet:

Lack – Saturate Every Atom
Trans Am – Sex Change
Perth Express – Harrow And Wealdstone
The Bronx – s/t (2006)
Oasis – Lord Don‘t Slow Me Down DVD
…alles geil!

ding dong fucking with your head, fucking with your head! Karp!!!

ohne scheiß. als ich irgendwann vor vielen jahren die „self titled LP“ von Karp in die hände bekam war ich platt wie die kleinen papierdinger die man früher auf briefe geklebt. wie stumpf und genial diese band war. zuvor hatte man mir die rye coaltion/karp split lp um die ohren geschleudert – eine platte auf der beide bands sich an genialität und coolness übertrafen. karp waren der musikalische rüpel, der unerzogene bruder musikalischen anstands. wer gepflegtes textwerk erwartete war völlig fehl am platz. ding dong fucking with your head war der song der das karp-programm am besten beschrieb. nich lang schnacken – kopf in‘ nacken. ich bin der band bis heute verfallen. die nachfolger wie The Whip oder Big Business konnten auch einiges, kein wunder bei dem unvergleichlichen bass und dieser stimme.. steve von yellowpress hat mal erzählt, dass die clique eh einen anständigen schaden hatte. bei einer übernachtung im karp-haus (sowas ähnliches muss es tatsächlich gegeben haben) konnte es vorkommen, dass mitten in der nacht sich irgendwelche leute fanden die in bescheuerten kostümen ein spontankonzert im schlafsaal anzettelten. natürlich ohne musikalisches programm – hauptsache laut und dreckig. ich klaue also diese links von einem anderen board (mafia) – es ist zu eurem besten. die action chemistry suche ich noch auf vinyl…bitte melden!

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