Archiv für April 2008

emo vz?!

naja, wer etwa 1990 geboren ist und sonst nichts zu tun hat soll sich meinethalben schlecht schminken und dämlich von unten in irgendeine kamera glotzen. und weil es für jeden scheiß inzwischen ein „vz“ gibt…klar, da wird hier und da von einem emo-vz gesprochen. naiv wie ich bin habe ich mal einfach www.emovz.de eingegeben. hm, schon passend irgendwie, hahaha.

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liebe frau bundeskanzlerin, bitte kümmern sie sich nicht um jeden mist!

1ach was habe ich gelacht. einen offenen brief haben die werten mainstreamkünstler zusammengeholzt. darin wird geflennt über piraterie und natürlich auf den verlust von arbeitsplätzen hingewiesen. die kreativen des landes lamentieren „dass die Kultur- und Kreativwirtschaft schon heute und vor allem in Zukunft Motor für Wachstum und Wohlstand ist.“ beim blick auf die unterzeichnerliste frage ich mich: kreativ?! gut?! brauchbar?! dj ötzi???? scooter (immerhin brauchbar)???? seeed???? yvonne catterfeld???? roger cicero???? culcha candela???? revolverheld (wie dämlich ist diese band eigentlich)???? mikie krause???? michael mittermeier???? monrose???? atze schröder???? tokio hotel???? rosenstolz???? jennifer rostock???? ralph siegel???? die söhne mannheims????
mal ehrlich, wenn zwei drittel der unterzeichner im nichts oder hartzIV verschwinden, dann lasse ich die korken knallen! diese primaten unnützen mists müssen froh sein, dass es genug andere irre gibt, die sich ihre zum himmel stinkende gülle überhaupt zumuten und nicht noch kohle verlangen für diese interessante form autoaggressiven verhaltens. liebe kanzlerin, verhindere lieber das die chinesen schlechte autos noch schlechter nachbauen – diese kreativen köpfe können von mir aus rollen.
und was lernen wir noch aus dieser nummer?! dieter bohlen ist und bleibt die coolste sau des musikbusiness. der hat den wisch nicht unterschrieben und findet das ganze eh quark. der hat beim langweiligen kerner den gegenweg gezeigt und gleich angeregt den ganzen rotz online zu stellen anstatt irgendwelche (immernoch geschmacklosen) kids zu kriminalisieren…

  1. mikie krause: kreativer und kunstschaffender [zurück]

wer den lustigen klagebrief lesen will bitte:

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ambush – lach! [service für nach 1982 geborene, part VI]

es gibt viele platten die gut sind, es gibt noch mehr platten die zum kotzen sind und es gibt eine handvoll platten, die lösen sowas wie emotionen aus. ich spreche jetzt nicht von kitschigen gefühlsduseleien. zum beispiel von angst! das mag jetzt blöd klingen, aber ambush’s „lach!“ ist eine reine slow-motion apokalypse! eine irgendwie angsteinflössende platte. übrigens eine deutsche band, eine von denen, die etwa 1995 auch weit über die grenzen hinweg ziemlich bekannt war. vielleicht lag’s auch am rorschach-personal in der band. ambush konnte ich damals zweimal live sehen. das erste mal spielte die band ohne sänger, dieser wurde an jenem abend vater und hatte entsprechende krankenhauspflichten. ambush legten ein instrumental-set hin, dass sprachlosigkeit hinterließ. kurze zeit später sah ich die band dann komplett mit sänger auf einem festival in potsdam. es regnete, es war draußen und mit dem manischen gesang wirkte die band noch um einiges wuchtiger. „lach!“ war binnen kürzester zeit auf vinyl vergriffen. eine wirklich monströse platte mit vielen unterschiedlichen klängen und einem genial düsteren artwork, hervorragend gezeichnet. dazu gab es ein fettes beiheft, die texte der band fotografiert auf irgendwelchen nackten körpern – mehr finster geht nicht. wenn ich heute die ganzen neurosis und isis-klone sehe, wirken diese vor einer band wie ambush noch lächerlicher.

Ambush’s „lach!“ und „pigs“ – los gehts!

playlist des tages:
Circus Lupus – Solid Brass, mehr brauch ich heute nicht!

hose.got.cable

wenn ich an unterbewertete bands der 90er denke, fallen mir spontan Hose.Got.Cable ein. eine lp, weiß mit einer eule drauf. ziemlich unscheinbar und noch heute in der einen oder anderen cheapo-kiste. die platte heisst „majesty“ und war mitte der 90er ihrer zeit völlig voraus. die band pflegte einen herben chaotischen stil – das machten viele bands später in san diego auch nicht besser. die platte ein feuerwerk – die band irgendwie ein geheimtip. aus dem personal von hose.got.cable ernährten sich bands wie mens recovery project, rah bras, orlock und – das hat selbst mich umgehauen: alabama thunderpussy! neben der lp gab es eine 7″, eine doppel 7″ und einen song auf dem geilen „all the president’s men“ sampler. das mir bisher unbekannte label cadillac flambe hat sich überraschenderweise hose.got.cable angenommen und im 90er revivalwahn eine wirklich gute discography der band rausgebracht. klingt teilweise wie vom vinyl gerippt aber völlig o.k., dass layout ist etwas gewöhnungsbedürftig. es gibt eine sammlung von bildern die wie polaroids aussehen – eher die rückseiten davon. dazu sehr sehr wenig informationen zur band – so bleiben sich hose.got.cable selbst im discography-aufguss treu. ich sage: unbedingt zugreifen!!!

[service für nach 1982 geborene]
den „all the president’s men“ sampler sollte man auch haben, also los!

urlaub in polen

nein, nicht die band du affe! endlich mal wieder urlaub, klar, da gehts nach polen. aus polen kommen viele coole sachen, nämlich meine kumpels harry und mat.
ich sehe mich selbst als gesinnungspolen. seitdem die grenzen völlig offen sind, bewegen sich leute wie meine eltern durchweg nach polen, solange die grenze wenigstens halb um die ecke liegt. im fall der insel usedom ist der polnische teil recht überschaubar. in windeseile ist zumindest der inselteil abgegrast und erkundet – der polnische erstkontakt heißt swinoujscie. eine malerische kleinstadt, die in den letzten kriegsjahren dem erdboden gleichgemacht wurde. der sozialistische aufbau hat ganze arbeit geleistet, ein wilder mix aus alten überbleibseln, soztialistischem plattenstil und werbetafeln die mehr versprechen als irgendwo drinstecken kann.
der „polenmarkt“! ein klassiker, der auch hier einen steinwurf von der grenze entfernt liegt. warum der so heisst? wer wirklich ganz blöd ist begreift erst jetzt, dass er sich a) auf einem markt befindet und b) das dieser in polen liegt. mit ein paar floskeln kann man sich gut durchschlagen und erntet schnell den hass von zigarettenverkäufern, denen polnische kommentare auf ihre angebote nicht passen, solange diese ablehnender natur sind. da reicht ein freundliches polnisches „danke“ schon aus. ich kann original 6 sachen auf polnisch sagen. ich kann behaupten, dass eine person nur eine hode hat und dann beherrsche ich noch die üblichen floskeln. natürlich auch einen fluch, da macht es der pole leicht, es gibt ein wort das immer benutzt werden kann. fluch, beleidigung – egal: kurva! der markt selbst ist ein kleinod von geschmacklosigkeiten. ein festival der produktfälscher. ich frage mich warum produktfälscher immer die uncoolsten sachen fälschen. hässliche schuhe, hässliche trainingsanzüge. eigentlich unglaublich, dass es von diesem rotz originale geben soll, für die irgendwelche idioten deutlich mehr kohle auf noch hässlichere tische legen. lediglich die ungewaschenen, bekloppten usedomer provinz-glatzen können ausführlich einkaufen. es gibt ein fröhliches angebot von landser-shirts und thor steinar-klamotten. je weiter man sich von der grenze entfernt, desto cooler wird polen. alles hat einen rustikal, verfallenen charme und man möchte keine sekunde mit der landbevölkerung tauschen. übrigens, die folgen des turbostaat konzertes zeigen sich langsam. ich habe die neue platte mehrfach gehört und konnte mich sogar zu einem lieblingssong darauf entschließen. ansonsten höre ich weiterhin lieber edvard grieg und karnevalströte.
so, wo zur hölle war ich stehengeblieben? achja, polen! polen stand ziemlich unter wasser. der besuch der kleinstadt treptow führte direkt in eine halbdisaströse überschwemmung. überall polen in gummistiefeln und land unter. treptow heisst natürlich anders heute, aber ich bin nicht ansatzweise im stande die polnischen namen zu merken. die sind in der regel sechsmal so lang und bestehen zu gefühlten 75% aus der buchstabenkombination szscz. das finde ich übrigens ziemlich cool. trotz polenmarkt habe ich lediglich eine räuchermakrele und einen ebenfalls geräucherten rotbarsch käuflich erworben. der rotbarsch hat ziemlich beschissen geschmeckt.

soundtrack der letzten tage:

The Taint – Secrets And Lies (hammerplatte!!!)
Isis – Panopiticon
Hose.Got.Cable – Discography

anstrengendes jung-tun

meine güte, es ist als wenn ich wieder 18 wäre. das heisst ausufernde show-besuche inclusive anfahrten über 200 km! am mittwoch waren LACK dran. konnten vollends überzeugen, die neue LP „saturate every atom“ kann wirklich alles. als ich im november das erste mal reinhören durfte hatte ich spontan eine assoziation: harter pop und FIRESIDE zu ihren besten zeiten. lack haben es geschafft drei völlig verschiedene, völlig brillante platten zu veröffentlichen. live gab es übrigens eine, ich nenne es mal full-throttle-version des songs „italian shoes, asylum suicides“ die den lp-track recht alt aussehen lässt. ziemlich geil! konnte man übrigens von JAZZWANG ZOO nichtmal wenigstens sekunden behaupten. eine band die von sich sagen kann: wir machen alles so ein bisschen. viele unbrauchbare spielarten im schönsten crossoverwahn zusammengepfercht. sänger klingt wie TURIN BRAKES, dass ist gut wenn man totaler turin brakes fan ist – nur möchte man auch turin brakes hören und nichts was ähnlich, aber schlechter klingt. wahrscheinlich alles top gespielt, mir gehts trotzdem kilometerweit am arsch vorbei.
einen tag später party-großkamptag für mich. im KBR12 ist ein fest angesagt incl. erster show von THIS IS THE BLUESCREEN OF DEATH. dabei habe ich dann gemerkt, dass elektro zwar ne coole sache ist – ich da aber einfach nicht mehr mitkomme. der liebe gott hat uns gitarre, schlagzeug und bass gegeben – predigen wir dementsprechend das evangelium. meinen segen hat das trotzdem, es hat gut gebumst, könnte aber dreckiger sein. gespräche mit besoffenen sind doch nicht so meins, besoffene gut-menschen, hippies und sonstiges volk unterscheiden sich in kleinen nuancen vom übrigen wochenendpack in savoy und was weiß ich was.
wieder einen tag später war von mir selbst erschrocken – ich fand TURBOSTAAT live wirklich exzellent. hatte mich nie richtig vom hocker gerissen – das bandpersonal ist jedoch ausreichend mit „coole-sau-punkten“ ausgestattet, dass prinzipiell gut gefunden wird. die platten werden jetzt nochmal gegengehört. turbostaat = alles richtig gemacht (sandberg-bass beschäftigt mich immernoch!). über NANCY AND I legen wir die decke des schweigens. beim weg zum auto übrigens die kassel-affen-horde beim versuch erwischt an meine karre zu pissen – und von mir aus hätten sie die scheißkarre ruhig besudeln können. zum geplanten mercedes-kauf an anderer stelle mehr…